Geschichte der Band

(diese Seite wird zur Zeit noch redaktionell bearbeitet und vervollständigt)

„Es ist ein Glücksfall musizieren zu dürfen“ (Shorty Ebs)

TEIL 1: Vorgeschichte von 1975 bis 1990 (von Roland Beeg)

TEIL 2: Geschichte von 1991 (Gründung von PASS OVER BLUES) bis 2008 (von Roland Beeg)

TEIL 3: Geschichte von 2008 – 2019 PASS OVER BLUES QUARTETT (von Harro Hübner und Roland Beeg)

TEIL 1

Ich bin seit 1975 (zuerst auf den kleinen Brettern der näheren Umgebung Potsdams) dabei, von 1975 bis 1979 hat unsere damalige Band „SINCLAIR“ Rockmusik mit bluesigen Ansätzen gespielt.

SINCLAIR 1976: Klaus Werthmann, Hansi Schille, Lothar Benesch, Georg Marx, Roland Beeg

SINCLAIR 1977

(Besetzung: Klaus Werthmann, Hansi Benecke, Eberhard Schweigert, Dieter Andres, Roland Beeg)

SINCLAIR 1978 (Besetzung: Lutz Schüler, Georg Marx, Ralf Kalesky, Eberhard Schweigert, Roland Beeg)

Von 1980 bis 1983

habe ich mit dem singenden Schauspieler Michael Schreiber aus Berlin ein Programm „Blues und leise Lieder“ dargeboten. Aufgrund der scharfzüngigen und politischen Texte bekam Micha Auftrittsverbot und wir durften nur noch gelegentlich in Kirchen auftreten.

Von 1983 bis 1990: „HANDARBEIT“

Als ich 1983 zum ersten Mal „Handarbeit“ aus Berlin live Blues spielen hörte, hatte ich am ganzen Körper Gänsehaut vor Freude und fortan einen Traum. Über den „Swing 39“ von Django Reinhardt, der damals auch zum Programm von „Handarbeit“ gehörte, kamen wir einige Wochen später ins Gesprch. Peter Schmidt, einer der wunderbarsten Sänger und Gitarristen in diesem Lande (heute East Blues Experience) war von Berlin nach Potsdam gezogen und wir saßen alsbald des öfteren mit unseren Konzertgitarren bei einem kräftigen Gläschen zusammen. Mein Traum erfüllte sich, ich wurde aufgenommen.

Nach unserem Auftritt am 16.12.1984 im „Erich Weinert“ in Berlin

Bluesfestival Ketzin 1985

Im Staudenhof Potsdam 1985 (Peter, Kuddel, Rolli)

Wir tourten durch ganz Ostdeutschland, haben in fast allen großen und kleinen Nestern gespielt, vom größten Open Air bis zum kleinsten Klub. Es gab eine tolle Bluesszene im Osten, und die Bands waren freundschaftlich verbunden. Volker Albold und Rainer Bratfisch haben das in Ihrem Buch „Blues Heute“ sehr gut dokumentiert. „Handarbeit“ war ein heißer Insider-Tip. Da wir aber keine Plattenaufnahmen bei AMIGA in englischer Sprache machen durften, hatte sich das Thema Platten für uns erledigt und wir daher keine Chance auch im Rundfunk gespielt zu werden. Weil wir alle keine abgeschlossene Musikausbildung (Hochschulausbildung bzw. Konservatorium) besaßen, wurden wir aus staatlicher Sicht als nebenberuflich tätige Musiker eingestuft und mussten ein Arbeitsrechtsverhältnis nachweisen. Das bedeutete: ohne Arbeitsnachweis – keine Musik/ Auftrittsverbot !!

1988: nahmen wir an einem republikweiten Leistungsvergleich der Amateurmusiker teil und erhielten die seltene Auszeichnung „Hervorragendes Amateurtanzorchester der DDR“ (als 4 Mann Bluesbesetzung wohlgemerkt) im Beisein von Mitarbeitern des Ministeriums für Kultur und gleichzeitig – auf 2 Jahre befristete Berufsausweise !!!

(Besetzung 1988: Ralf Schuldt, Roland Beeg, Wolf-Rüdiger Kotljarski, Peter Schmidt)

Anfang 1990 hat sich „HANDARBEIT“ aufgelöst, wir suchten in den Wendewirrungen Neuorientierungen. Rückblickend kann ich sagen es war eine tolle Zeit, ich habe musikalisch sehr viele Impulse von Peter erhalten und als Gitarrist ’ne Menge gelernt.

1990: Mit Thomas „Paul“ Bierau aus Apolda (Thüringen) gesprochen und bei der HUFLATTICH-BLUES-BAND eingestiegen, wir haben zu dieser Zeit oft in Hessen, Bayern und Thüringen gespielt.

Huflattich-Bluesband 1990 (Rolli, Paul, Tom, Kuddel, Ralf, Egbert)

TEIL 2

1991: PASS OVER BLUES ®/ GRÜNDUNG

Gemeinsam mit „Paule“ Bierau PASS OVER BLUES gegründet. In diesem Jahr erfolgte auch die Aufnahme unserer 1. Langspielplatte bei der Deutschen Schallplatte (ehemals AMIGA), mit dabei waren Paule Bierau/Gesang und Mundharmonika, Ralf Schuldt/ Bassgitarre, (ehemals bei „Handarbeit“) Wolf-Rüdiger „Kuddel“ Kotljarski/ Drums (ehemals Handarbeit), Tom Hahnemann/ Sax (früher bei Keimzeit, heute bei PRO ART) und als Gast der „Weiße HAI“ Jürgen Redecker aus Berlin am Piano.

Gestaltung Jürgen Postel

Bluesfasching Apolda 1992 (Paul, Ralf, Kuddel, Rolli, als Gast Frank Friebel)

Von 1992 bis 1994: Ständig wechselnde Besetzungen mit Potsdamer Musikern, immer auf der Suche nach den Leuten mit dem Feeling und der LUST Blues zu spielen. U.a. waren dabei: Volkmar Große (Bass) und Jürgen Schötz (Schlagwerk), Ludger Wirsig am Piano, Edda Klappenbach (Gesang), Fabian Füssel (Sax), Stefan Janas (Gesang, Sax), Bernd Kahlau (Schlagwerk), Lutz Mohri (Bass).

Besetzung 1992/1993 (Jürgen, Stefan, Rolli, Fabian, Volkmar)

1993: Edda, Fabian, Lutz, Bernd, Stefan, Rolli, Ludger

Dann kam MILAN ŠAMKO 1994 in die Band und brachte neuen musikalischen Schwung und Inspiration. Über MILAN könnte ich jetzt mehrere Seiten schreiben, aber ganz kurz: Er ist in Leipzig geboren und hat an der Berliner Hochschule für Musik Klavier und Komposition studiert. Seit Mitte der 60 -ziger immer dem Jazz und Blues verschrieben. In den 80-ziger Jahren bis zur Wende war er einer der gefragtesten Studiomusiker bei AMIGA, beim Rundfunk und bei der DEFA. Seit 30 Jahren ist er als Pianist ständiger Begleiter der Chansonsängerin Sonja Kehler. Nach der Wende war er quasi arbeitslos. Begann wieder zu tingeln und kreuzte unseren Weg. Milan ist ein Vollblutmusiker, der sich völlig auf der Bühne verausgabt. Immer unter dem Motto: Es könnte das letzte Mal sein !

Milan

1995: HARRO HÜBNER wird Sänger und Mundharmonikaspieler bei PASS OVER BLUES® Die Bandbesetzung zu dieser Zeit: Harro / Gesang und Mundharmonika, Milan / Piano, Lutz Mohri / Bassgitarre, Hubert Woite / Drums, Rolli / Gitarre.

1995: Milan, Edda als Gast, Rolli, Lutz, Harro, Hubert

Auf zur Spätschicht 1995 (Milan, Lutz, Rolli, Harro, Hubert)

Lutz Mohri und Hubert Woite

1996: TRIO und 1. CD, Anfang des Jahres verkleinerten wir die BAND und schrumpften zum TRIO mit HARRO, MILAN und ROLLI. Es waren hauptsächlich musikalische Gründe, die uns dazu bewogen (wobei finanzielle Überlegungen auch eine Rolle spielten). Die Publikumsresonanz auf das TRIO war zu unserer Freude sehr groß und eines Tages beschlossen wir DEMO-Aufnahmen zu machen. Wir stiegen am 8.10.1996 zu MILAN in den Keller (Peter Schmidt saß am Mixer) und nahmen einen Tag lang nacheinander Stücke auf. Aus diesem Material entstand die 1. CD von uns „Better Day“ (siehe auch unsere CD‘ s). Die CD wurde sehr lobend im deutschen Bluesmagazin „Blues News“ (Platz 3 der deutschen Bluescharts) erwähnt und wir wurden langsam bekannter.

1997: Im Mai 1997 habe ich mich mit Milan nach einem Auftritt furchtbar verkracht und er hat sofort seinen Ausstieg erklärt. Obwohl wir uns Wochen später wieder vertragen haben war bereits KLAUS MÜLLER eingesprungen (Harro kannte ihn aus Berlin) und dabei geblieben.

1998: Wir haben mit Klaus am 13./14./15.07 1998 die 2. CD „She‘ s real“ im TONstudio BERGNER in Berlin aufgenommen (nähere Angaben siehe unsere CD‘ s).

Bei den Aufnahmen wirkte am Schlagwerk der Jazztrommler Wolfgang „Zicke“ Schneider mit. „Zicke“ spielt seitdem immer mal wieder als gern gesehener Gast bei Live-Konzerten mit, zur gegenseitigen Erbauung aller Beteiligten versteht sich! (s. auch: unsere Gäste). Die CD wurde wiederum sehr lobend im deutschen Bluesmagazin „Blues News“ (Platz 3 der deutschen Bluescharts) erwähnt und wir wurden noch etwas bekannter.

(Klaus, Rolli, Harro – 1998)

Auszug aus der Fachzeitschrift „HARMONICA PLAYER“ (1999)

1999: Ende des Jahres beginnen Klaus und Harro auch gelegentlich unter dem Namen PASS OVER BLUES – DUO in Läden zu spielen, in denen es weniger Gage gibt. 31.12.1999: Da es absehbar mit dem DUO zu Terminüberschneidungen kommt und auch musikalische Differenzen hinsichtlich Stilistik und Weiterführung des Programms zwischen uns bestehen, haben die beiden Kollegen beschlossen ihrem DUO den Vorrang zu geben. Sie treten seit April 2000 unter dem Namen „Traditional Blues und Boogie Duo“ auf.

(eines unserer letzten Konzerte in Hannover – Februar 2000)

2000: MILAN ŠAMKO ist sehr zu meiner Freude als Pianist definitiv seit April wieder mit dabei. Und es ist uns gelungen im Thüringer Wald einen alten Bluessänger zu bewegen, sich wieder seinen Wurzeln zu nähern. WALTER GEYER aus Ilmenau (PRO ART) wird bei uns singen und Mundharmonika spielen. Nachdem er mit PRO ART von 1978 -1986 dem Blues verpflichtet war, hat sich die Band seit 1987 bis heute stilistisch mehr dem Soul, Latin und Jazz zugewandt. Jetzt kehrt Walter mit PASS OVER BLUES zum Blues zurück, er spielt aber auch weiterhin bei PRO ART.

(nach dem Auftritt beim Jenaer Blueskarneval 2001)

Auftritt beim Jazzfest 2001 in Potsdam
(als Gäste wirkten mit: Eddy Janta am Bass und „Frieda“ am Schlagwerk)

Seit Mai 2000 arbeiten wir kontinuierlich als Trio und haben mittlerweile die CD’s „I feel so fine“ und „Live im HANSEAT“ im Gepäck. Das JAZZPODIUM umschreibt unsere Musik im Heft 7/8 2002 mit den Worten: … Dass man sie für Amerikaner hält, wenn man sie zum ersten Mal hört, ist der Gelöstheit ihres Spiels und der Intensität, mit der sie sich amerikanischen Vorbildern annähern, zu verdanken …. und … sie spielen ihre Stücke mit soviel Feeling, so urig und ungekünstelt, und mit spontanen Ideen, denen Routine fremd zu sein scheint … Dass auch das größte Bluesmagazin „Blues Revue“ in den USA auf die eingesandten CD ’s unseres Trios sehr positiv reagierte, macht Mut. Die Bodenhaftung werden wir deshalb nicht gleich verlieren, denn egal ob Gera oder Chicago, der oberste Grundsatz wird immer lauten: ehrliche und gute Musik machen zur eigenen und zur Erbauung des Publikums.

2003 bis 2007: Seit dem gemeinsamen Auftritt beim Apoldaer Bluesfasching 2003 arbeiten Milan und ich (parallel zu den Pass over Blues Auftritten) mit dem Thüringer Sänger Frank Friebel alias BIG MINNA „The Old Blues Thriller“ zusammen.

Juni 2007: Nach sieben intensiven Jahren hat die wunderbare Zusammenarbeit mit Walter leider nun ein Ende. Er macht seine Ankündigung jetzt wahr und wandert nach Ecuador aus. Milan und ich lassen ihn mit viel Wehmut im Herzen ziehen, aber vielleicht werden wir eines Tages eine gemeinsame Konzerttournee durch Südamerika unternehmen.

2005

Unsere letzte gemeinsame Abschiedstournee führt uns vom
19.8. bis 25.8.2008 in der Besetzung Walter, Milan und Roland nach Italien, wo wir 6 Konzerte in Umbrien gaben.

Mach ‚ s gut Walter !!!

Viel Glück in Südamerika !!

Wer nun angenommen hat der Bluesfaden würde reißen – sah sich getäuscht. Die Geschichte geht weiter. Harro, der mittlerweile in Rövershagen bei Rostock lebt, hat sich sehr zu unserer Freude bereit erklärt ein weiteres Stück des Weges mit uns zu gehen. Der Streifzug durch die Bluesgeschichte wird fortgesetzt – wir nehmen die Fährte auf. Der Kreis hat sich geschlossen.

Rolli, Milan und Harro im Sommer 2007

Ende 2007 haben Harro und ich wegen persönlicher Differenzen die Zusammenarbeit mit Milan beendet und beschlossen eine neue Band zu gründen .

TEIL 3

Anfang 2008 hat sich das PASS OVER BLUES QUARTETT formiert und im April haben wir unser erstes Konzert in Potsdam gegeben.

(von links: Harro Hübner, Lutz Mohri, Roland Beeg, Michiel Demeyere 2008)

Seitdem musizieren wir mit unseren Freunden Lutz Mohri (der schon in 90 ziger Jahren bei Pass Over Blues dabei war) und dem belgischen Schlagwerker Michiel Demeyere mit wachsender Freude in dieser Besetzung.

Anfang April 2009 ereilte mich völlig unvermittelt eine sehr traurige Nachricht:
Mein langjähriger Freund, Musikerkollege, Mitbegründer von Pass over Blues und Poet Thomas Bierau ist am 5. April im Alter von nur 50 Jahren in Weimar gestorben.
Es erscheint nicht real und der Schmerz ist zu groß. Er war mein Freund, seit 25 Jahren sind wir durch dick und dünn gegangen, durch alle Täler und über alle Höhen. Wir haben beide viel voneinander gelernt. Noch Mitte März war ich in Weimar und er war voller Zuversicht, wir hatten große Ideen und Visionen. Er hatte noch so viel vor, wir wollten sein zweites Buch herausgeben. Er war ein toller Mensch, ich werde so gut ich kann versuchen seine Gedanken und seinen Humor weiterzutragen. Und seine Töne, die bisher ungespielten, werde ich jetzt mitspielen und in die Welt tragen.

Paul Thomas Bierau hat uns für immer verlassen –

2010: In der neuen Stammbesetzung haben wir in der zurückliegenden Zeit einige sehr schöne Konzerte erleben dürfen. Hier hier einmal eine Pressekritik aus der Südthüringer Zeitung über das Konzert vom 20. März 2010 im „Haunschen Hof“ in Bad Salzungen .

Bad Salzungen (Fotos by Heiko Matz)

Aufnahmen zur CD Better Ways 2011

Es war Anfang 2011, wir wussten dass wir eine Platte aufnehmen wollten, wir kannten die Titel die wir aufnehmen wollten ( hatten jedenfalls einen ungefähren Plan) und wir wussten, dass wir die Aufnahmen bei unserem Freund Roland Leisegang im Kellerstudio in Lütte einspielen würden.

Zu diesem Zeitpunkt überraschte uns Michiel mit seiner Entscheidung, ab Mai 2011 bis März 2012 auf Kreuzfahrtschiffen Jazz zu spielen. Damit war klar wir müssen alles vor seiner Abreise im Kasten haben. Also gingen wir am 16. und 17. April ins Studio und spielten alle Titel ein. Bass und Schlagzeug waren damit verhaftet. Die anderen Dinge konnten wir (Harro, Roland L. und Roland B.) dann nach und nach in Ruhe vervollständigen. Die Zusammenarbeit mit Roland war dabei nicht nur sehr angenehm, sie war auch bei vielen Titeln sehr inspirierend. Er hat uns ermutigt nach uns zu klingen.

Als Beispiel dafür möchte ich eine der drei Coverversionen nennen, die wir aufgenommen haben.
Bei „while my guitar gently weeps“, den wir aus Verehrung für einen unserer Helden -George Harrison- aufgenommen haben, haben wir uns lange über die Gestaltung des Chorus unterhalten. Ich wollte natürlich hintenraus die große Gitarre spielen, na klar…, Roland aber hat mich gebeten eine Geschichte auf der Gitarre zu erzählen, ich habe es versucht, ihm mehrere Geschichten erzählt – bis das Resultat ihn überzeugt hat. Und das konnte ich sehr gut annehmen. Herausgekommen ist dabei nicht die „große“ Bluesrockgitarre, es ist eine kleine poesievolle Geschichte auf der Gitarre, so gut wie ich sie halt erzählen kann! Auf der CD „Better Ways“ befinden sich insgesamt 14 Titel.
Wir haben 11 Titel aus eigener Feder aufgenommen (wobei die Texte alle von Harro geschrieben wurden, die Kompositionen sind von Harro und Rolli) und 3 Nummern von Al Green, George Harrison und Norbert Leisegang. Leider konnten wir die CD nicht wie geplant beim Sinnstift-Label herausbringen, da die Rechte für die George Harrison-Komposition vom deutschen Subverlag nicht rechtzeitig eingeräumt wurden. Im Dezember 2011 kam dann die CD „Better ways“ aus dem Presswerk direkt auf den Gabentisch. Im gleichen Moment kam die Freigabe vom Verlag für „While my guitar gently weeps“ – zu spät.

Zum CD-Coverbild:

Das Gemälde von Michiel Demeyere hing in seiner kleinen Galerie in Steglitz und es hatte mich schon 2009 fasziniert. Nachdem ich Harro’s Texte gelesen hatte wurde mir klar, dieses Bild von Michiel passt nicht zur zum Titelsong, sondern zum Gesamtkonzept der Texte … was für eine Fügung! Vervollständigt wird das Ganze mit einem Gedicht von mir auf der vorletzten Seite des Booklets …. „angekommen“.

Roland Leisegang und Pass Over Blues

Roland war nicht nur unser Produzent und Wegbegleiter bei den Aufnahmen zur CD, er übernahm auch die Vertretung für Michiel am Schlagwerk (während seiner Abwesenheit bei der „Marine“) und spielte gemeinsam mit uns, neben seinen Auftritten bei Keimzeit, in der Zeit von Mai 2011 bis Februar 2012. Und auch das war eine echt schöne Zeit …..

German Blues Challenge 2012 in Eutin

Eines Tages bekam ich einen Anruf von Helge Nickel vom Baltic Blues e.V., den ich bis dahin nicht kannte, und er erklärte mir, dass wir in einem Vorauswahlverfahren – das auf der Webseite von Baltic Blues e.V. beschrieben ist – zu den 10 auserwählten Bands des Jahres 2012 gehören würden und ob wir Lust und Zeit hätten am 29.September bei der Blues Challenge in Eutin teilzunehmen. Voraussetzung wäre noch die online-Abstimmung, um unter die besten Fünf zu gelangen.
Nach kurzer Rücksprache mit den Kollegen sagten wir Helge zu. Wir übersprangen auch die Online-Abstimmungsrunde, ohne jedoch eine Auskunft über das Abstimmungsergebnis zu bekommen, was ja unter uns gesagt auch nicht so vordergründig ist. Also auf nach Eutin. Das Brauhaus in Eutin war propend voll, die Bühne viel zu klein, das Publikum dafür absolut interessiert und begeisterungsfähig von der ersten Minute an. Das war sehr dufte.
Wir haben als erste der fünf Bands gespielt und versucht die vorgegebenen 30 Minuten Maximalspielzeit entspannt und gemäß den strengen Wettbewerbsvorgaben (möglichst eigene authentische Bluesstücke, keine Gassenhauer!) auszufüllen. Das Einzige was uns von vornherein echt gestört hat, war das Bewertungskriterium wie „verkaufbar“ im Sinne von Show die Musiker sind! Dem Anspruch werden wir wohl nicht gerecht geworden sein – vermute ich. Unsere Show ist und bleibt die Musik und die war auch unter den beengten Verhältnissen ehrlich und gut und nicht aufgesetzt.

Die Musikzeitschrift „Wasser-Prawda“ reflektierte das später so:
“ … Dass 2012 Pass Over Blues von Journalisten für die German Blues Challenge vorgeschlagen wurden, war eine erfreuliche Nachricht. Und dass sie dann sogar im Finale in Eutin dabei waren, machte klar, dass Blues aus den östlichen Bundesländern entgegen der öffentlichen Wahrnehmung eben doch noch genügend Anhänger hat. Dass die Konkurrenz von Tommy Schneller oder Jessy Martens in Eutin aber zu stark war, braucht einen nicht wirklich zu verwundern, wenn man ihr Album hört: Hier drängt sich niemand mit Showgehabe nach vorn. Solistische Feuerwerke sucht man vergeblich. Alles ist ganz auf die Songs ausgerichtet und nicht auf den Effekt. Pass Over Blues spielen für mich daher nicht in der Liga von Martens und ihren jungen Bluesrockern sondern eher in der Nachbarschaft von solchen Songwritern wie Timo Gross, Big Daddy Wilson oder auch Michael van Merwyk. Musikern also, die für mich eher in der Tradition der „Geschichtenerzähler des Blues“ stehen…“

Eine siebenköpfige Jury verfolgte die Auftritte (deren Reihenfolge durch Losentscheid ermittelt wurde) von Pass Over Blues Quartett, Jessy Martens & Band, Timo Gross Band, Tommy Schneller Band, Cologne Blues Club. Eine Auswertung der Abstimmungsergebnisse erfolgte allerdings nicht, keiner der Platzierten weiß daher wo er steht und woran man zukünftig nach Meinung der Jury noch arbeiten könnte bzw. was man noch bedenken sollte. Es wurde nur der Sieger benannt. Das war etwas merkwürdig. Das Publikum zumindest hat alle Bands gleichermaßen mit Beifall bedacht und uns hat es Spass gemacht. Gewinner des Abends war die Tommy Schneller Band, die sich damit für die Teilnahme an der Europäischen Blues Challenge in Frankreich (08. und 09. März 2013 in Toulouse ) qualifiziert hat.
Verwunderlich war, dass bei einem solchen im Vorfeld groß heraus- gestellten Ereignis keine Journalisten über die Veranstaltung berichteten. Totale Fehlanzeige!!!
Das Gesamtprogramm des Abends wurde durch Gastkonzerte von Slim und Nisse Thorbjörn aus Dänemark vervollständigt.

Rezensionen zu „Better Ways“:

Die Musikzeitschrift „Wasser-Prawda“ aus Greifswald mit Ihrem unermüdlichen Streiter für Blues und Literatur Raimund Nitzsche an der Spitze hat in der Ausgabe 2/2013 eine gefühlvolle Rezension zur CD veröffentlicht.

Raimund hat uns anschließend freundlicherweise auch zu sich in seine Sendung „Crossroad Cafe“ bei Radio 98eins eingeladen. Wir haben geredet, einige Titel live im Sender gespielt und uns sehr gut verstanden.

An dieser Stelle möchte wir allen Bluesfreunden das monatlich erscheinende Online-Magazin „Wasser-Prawda“ ans Herz legen. Von dieser wohltuend kompetenten und engagierten Arbeit der Redakteure dieser Zeitschrift, denen eine objektive Sichtweise der Dinge wichtig ist, sind wir sehr angetan.

In den Jahren 2012 bis 2014 nahm die Qualität unserer Musik/Konzerte beständig zu. Es entstand so etwas wie Freiheit zwischen uns auf der Bühne, uneingeschränktes Vertrauen, unbändige Freude am miteinander Spielen, gepaart mit einer einhergehenden wachsenden Entspanntheit, die nicht nur unserer Musik zuträglich ist.

Wir sind, nicht nur durch die Studioarbeit zur CD „Better Ways“, nein, auch darüber hinaus um einiges weiter zusammengewachsen, haben mehr Vertrauen in unsere Fähigkeiten, unsere Möglichkeiten gefasst und sind ebenso neidlos wie respektvoll unseren Grenzen begegnet. Wir haben uns gefunden – wie es so schön heißt und: wir sind dankbar für die Möglichkeit an sich.

Harros Texte trugen sicher auch zur weiteren und tieferen Annäherung der Freunde untereinander bei. Er erzählt hier von seinen Irrwegen, seiner Rast- und Ruhelosigkeit, seiner Verstörtheit dem Leben, den Menschen und sich selbst gegenüber. Er nimmt sich Zeit zu reflektieren, sich zu entschuldigen und öffnet sich dabei wirklich sehr weit !

Auch wenn der eine oder andere bei der CD „Better Ways“ von „Harros Therapie-Platte…“ spricht – sie ist mehr als das!

(30. Dresdner Bluesfestival im Mai 2013)

Aufnahmen zur CD „the …“ 2014

Und da wären wir dann auch schon bei den Aufnahmen zur CD „the…“ im Jahr 2013. Die Texte sind zwischen 2012 und 2013 entstanden, haben ihren inhaltlichen und real existierenden Ursprung wieder ausschließlich in Harros Leben und stammen komplett aus seiner Feder. Auch hier zieht er wieder Bilanz, ist jedoch reifer, sogar etwas gelassener, aber auch noch tiefer und freier geworden. Die erste Aufnahmesession zur CD „the…“ fand vom 31.10. – zum 03.11.2013 und: wieder im Brandenburgischen Lütte statt. Diesmal war jedoch einiges anders.

Wir konnten u.a. – unsere Sessions vom ehemaligen „Keimzeit-Vorbereitungs-Keller-Studio“ von Roland Leisegang ins „Blockhaus-Tonstudio“ von Jürgen Block verlegen und: Jürgen Block als Aufnahmeleiter/Tonmeister sowie Roland als Produzenten gewinnen. D.h.: ein Treffen unter Freunden!!! – welch großartige Voraussetzungen!!!

Wir waren recht gut vorbereitet, hatten ein paar Proben mit den neuen Songs im Vorfeld und einige der neuen Lieder auch schon häufiger „live“ getestet. Alle waren guter Dinge und gespannt.

Am ersten Aufnahmewochenende gesellte sich auch noch ein anderer, langjähriger Freund und Kollege dazu: Andi Geyer aus Thüringen mit seiner Hammond B3 Orgel – was für eine Freude. Nicht nur ihn wiederzusehen, nein, vor allem wegen seines Orgelspiels und der musikalischen Bereicherung und Weiterentwicklung der Songs während der Sessions – großartig!!!

Jürgen und Roland wirkten während der gesamten Zeit nicht nur innerhalb ihrer „vorgegebenen Funktionen“ – nein: sie sind mehr als nur maßgeblich am Endergebnis beteiligt: haben sich eingemischt, zugehört, zurückgenommen, mitentwickelt, uns machen lassen, uns ausgebremst wenn erforderlich, uns angespornt und uns unsere Stärken und Schwächen gespiegelt. Jürgen hat all seine Erfahrung und all sein Equipment in den Ring geworfen, hat gebastelt – geschraubt – geklebt, unzählige Mikrofone und Instrumente ausprobiert – STUNDENLANG – bis er endlich zufrieden war.

Roland hatte sich im Vorfeld entschieden, (anders als bei „Better Ways“, wo er ja Produzent und Aufnahmeleiter war), bei diesen Aufnahmen ausschließlich als Produzent zu fungieren. Dadurch hatte er die Freiheit sich ganz entspannt den Songs zu widmen. Da er ja ein guter Freund und außerdem ein großartiger und gefühlvoller Mensch und Musiker ist, wirkte sich dies mehr als nur positiv auf die gesamte Arbeit, die Entwicklung und Fertigstellung der Songs aus. Ich denke, er und Jürgen haben bei den Sessions nicht nur sehr viel Freude mit uns gehabt, sondern auch einige graue Haare hinzubekommen.

Obwohl wir die meisten Songs am ersten Aufnahmewochenende im „Kasten“ – sprich: „auf Band“ hatten: Jürgen hat alle Songs analog!!! aufgenommen , durften Rolli und Harro noch zweimal ins Studio um u.a. „the question“ und einige zusätzliche Gitarren-, Gesangs- und Mundharmonikaparts einzuspielen sowie beim Mixen und Sortieren der Songs dabei sein.

Anfang 2014 gesellte sich dann ein weiterer Gastmusiker ins Studio: Christian Hartung. Er ist ein Freund von Roland und wurde auch von ihm gebeten zwei Songs mit seiner „singenden Säge“ und seinem Akkordeon zu verschönern und zu bereichern – was auch prima gelungen ist. In dieser Zeit hat dann auch unser Produzent noch seine praktischen und musikalischen Spuren bei einigen Songs hinterlassen und diese mit diversen Percussions-Instrumenten bereichert und verfeinert.

Zum CD-Coverbild:

wir haben uns wieder für ein Gemälde von Michiel für das Cover entschieden (und dabei war kein Joint im Spiel – sondern reine Poesie!)
Nun: wir wissen dass das Ergebnis mehr als nur gut geworden ist und die darauffolgenden Reaktionen auf die fertige „Platte“ unterstreichen diese Aussage deutlich. An dieser Stelle geht es nicht um „Bauchpinseleien“ oder ähnliches – nee: einfach mal -sich freuen dürfen- ,was wir hiermit auch tun.

Aufnahmen zur CD „no fruits without roots“ 2016

(die Geschichte zur CD ist im Moment noch in Bearbeitung, folgt aber im Laufe des Jahres 2019 – die Redaktion)

Geschichte zum Coverbild:

Als Roland wieder auf Motivsuche für das neue Coverbild bei Michiel in der Galerie weilte und sie gemeinsam über die afrikanischen Wurzeln der Musik nachdachten, stolperte Roland beinahe über eine afrikanische Skulptur, die auf der Treppe stand und die ihm bis dahin noch nie aufgefallen war. Und genau diese Skulptur war das verbindende Element. Und weil Michiel vier afrikanische Skulpturen gestaltet hatte wurde uns in diesem Moment klar, dass sie ihren Weg auf das Cover finden müssen.

afrikanische Skulpturen von Michiel Demeyere
Das Cover

Das Schweizer Jazz Radio hat uns mittlerweile entdeckt:

Radio Swiss Jazz

2018 DVD „Pass over Blues – live“ (Label Sinnstift Verlag)

Bei unseren Konzerten 2016/17 wurde oft der Wunsch nach einer Live-DVD an uns herangetragen. Als wir durch Zufall von Mal’s Kulturscheune in Wiesenburg hörten, wo ein besessener Engländer professionelle Konzertmitschnitte aufzeichnet, war unsere Neugier geweckt und die Idee nahm feste Konturen an. Wir vereinbarten also einen Termin und machten im September 2017 im Rahmen einer kleinen Tournee Station in Wiesenburg. In entspannter und herzlicher Atmospähre begleiteten uns Malcolm und seine Mannschaft bei unserem Konzert und wir entschieden uns danach 14 Titeln für die DVD zu verwenden.

Die DVD – Pass over Blues live – ist am 3.9.2018 erschienen.

Das Coverbild ist natürlich wieder von Michiel und die Covergestaltung von Hannes Berghof

Unser erstes Konzert im Knast am 20. März 2019 in der JVA Waldeck:

Das Konzert in ungewohnter Umgebung hat Harro und mir sehr viel Freude bereitet und wir werden diese Auftritte in JVA zukünftig auch gern wiederholen, weil diese Form der Kommunikation für beide Seiten wichtig ist.

Aufnahmen zur CD „colored world“ 2019

Die von Roland gesammelten Mosaiksteinchen auf dem Weg zur Entstehung des Tonträgers „Colored World“:

Anfang 2018 hatten wir ausreichend neues Material gesammelt und beschlossen nochmals eine neue CD bzw. Platte herauszubringen. Am 8.3.2018 trafen wir uns bei Michiel im Probenkeller, stellten unsere Ideen vor und machten erste Probeaufnahmen mit meinem alten aber unverwüstlichen BR-1200, um ein Gefühl für die Struktur der neuen Kompositionen und Ideen von Harro und mir zu bekommen. Wir hatten etwa 20 eigene Titel zur Auswahl, aber nicht alle waren bereits fest konzipiert und so hatten wir den Sommer und den Herbst über Zeit die Nummern zu verfeinern.

Im Dezember 2018 treffen wir uns zur Bandweihnachtsfeier und Geburtstagsnachfeier in Grimmen. Lutz ist 60 geworden, Michiel und ich besuchen ihn. Es wird eine gemütliche Feier mit Rehkeule und japanischen Whiskey. Leider ohne Harro, der aus gesundheitlichen Gründen absagen musste. Wir jammen ein wenig, nehmen einige Sachen von meinen Kompositionen für die neue CD auf und besprechen die Nummern. Dabei hatte Michiel erste spontane Ideen für den Text von Blues für Alexis Korner. Warum sollte er nicht auch einmal einen Text verfassen. Er wird es in der nächsten Woche probieren.

19. Dezember 2018: ich packe mein Studiogerät ein und laufe zu Michael Maertens um den Blues für Alexis Korner abzumischen. Das geht schnell, wir sind beide schon ein eingespieltes Team.

20. Dezember 2018: ich versuche mein letztes Stück mit dem Arbeitstitel „Wintertime“ voranzubringen. Es ist noch nicht ganz rund, aber es besteht Hoffnung.

24. Januar 2019: Bin heute mit Micha Maertens verabredet. Wir mischen die neuen Titel – Boogie, Wintertime und Slow Blues – im Homercording ab. Ich bekomme einen Tee und ein Bier und dann trolle ich mich wieder mit meinem Aufnahmegerät nach Hause. Abends sende ich die neuen Nummern an die Kollegen.

4. Februar 2019: nachmittags kommt Lutze zu mir. Er spielt ein paar Basslinien auf meinem kleinen Studiogerät ein. Danach machen wir uns bei Rotwein einen gemütlichen Abend und denken über unsere Titelauswahl für die CD nach.

14. Februar 2019: Heute feile ich noch an meinem Song mit dem Arbeitstitel „Der Tag gehört mir“. Jetzt wird er richtig gut. Außerdem habe ich jetzt auch Klarheit für den Ablauf von ehemals „Wintertime“. Der Song wird jetzt „the journey“ heißen nach dem gleichnamigen Text von mir.

21. Februar 2019: Ich bereite die morgige Probe vor und gehe nachmittags zu Micha rüber. Der „Tag gehört mir“ und der Funky -Blues sind noch abzumischen .

22. Februar 2019: Es ist Probenwochenende bei Michiel im Keller. Michiel und ich gehen die Nummern schon mal durch. Es ist ja eine wirklich große Aufgabe, die wir uns diesmal vorgenommen haben. Lutze kommt später dazu. Dann können wir im Keller noch ein paar Sachen anspielen aber 21:00 Uhr ist dann unten Schluss und wir besprechen und proben einige Sachen akkustisch in der Galerie am Tisch.

23. Februar 2019: Wir drei spielen heute die Nummern mit den Arbeitstiteln “ Never mind“, „In the middle of the forest“ und „Leyerhof“ ein. Mein Aufnahmegerät BR-1200 leistet wie immer gute Dienste. Harro kommt dazu und wir arbeiten an „Colored world“, „Times to remember“ und „Just you“ (ehemals Fnky-Blues). Dann ist wieder Feierabend im Keller und wir beschäftigen uns leise in der Galerie mit den Titeln. Lutze fährt dann wieder nach Grimmen. Harro und ich verabreden uns für morgen.

24. Februar 2019: Nach dem Mittagessen kommt Harro zu mir. Er singt „Some say“, „In the middle of the Forest“ und „Questions and Answers“ ein. „Never mind“ haben wir bei der Aufnahme im Keller viel zu schnell gespielt stellen wir beim Anhören fest. Außerdem haben wir die alte Version meiner Komposition wieder verabredet. Bei „der Tag gehört mir“ haben wir jetzt auch einen anderen Text von Harro („It’s a long way“) genommen und den Ablauf etwas verändert. Ist aber jetzt klar. Der Titel „in the middle of the forest“ wird jetzt die Überschrift „the sechret behind“ tragen. Dann haben wir den Ablauf für „I can, I can’t“ festgelegt. Es war ein sehr kreativer Nachmittag.

5. März 2019: bin wieder mit Micha verabredet, wir mischen die letzen Aufnahmen vom Probenwochenende ab und versenden sie an die Kollegen.

16. März 2019: Heute ist Probe bei Michiel. Lutz hat leider keine Zeit. Michiel, Harro und ich arbeiten von 14:00 Uhr bis 21:00 Uhr sehr konzentriert und kreativ gemeinsam an den Strukturen der neuen Titel. Das war wirklich ein toller Nachmittag und hat uns ein ganzes Stück weiter gebracht.

23. März 2019: Nachmittags feilen Harro und ich weiter an den neuen Titeln für die CD und nehmen noch einige Stücke mit Variationen auf (Homerecording).

5. April 2019: Heute kommt Lutz zu mir. Wir wollen die letzten Feinheiten für die Titel proben. Er findet schöne Basslinien zu „Mad“, „The secret behind“, „Light and shadow“. „the journey“ hört er sich noch einmal genau an. Ansonsten sind wir auf dem richtigen Weg und gewinnen immer mehr Sicherheit.

12. April 2019: heute sind wir zur letzten Probe vor dem Studiotermin bei Michiel verabredet. Wir gestalten die Probe diesmal am runden Tisch in der Galerie. Das gemeinsame Gespräch und die Verständigung mit den Akkustikinstrumenten erweist sich als sehr effektiv und wir merken, dass sich die Nummern nun für jeden erschließen. Das ist ein gutes Zeichen und macht Mut. Wir arbeiten konzentriert bis um 21:00 Uhr. Ich bin um 22:00 Uhr zu Hause und habe ein gutes Gefühl.

15. April 2019 – Studio BLOCKHAUS LÜTTE:

Ich stehe früh auf und bringe die Gitarren ins Auto. Der Shertler und der Vibrolux kommen auch mit. Gegen 9:00 Uhr düse ich nach Lütte ins Blockhausstudio. Alle Kollegen und der Tonmeister sind anwesend. Wir bauen die Instrumente auf und checken alles. Gegen Mittag geht es los. Wir spielen wie immer gemeinsam und schaffen es tatsächlich 8 Titel von mir an einem Tag aufzunehmen! Unglaublich! Ich spiele auf Martin Weigels Martin-Gitarre alle Grundbänder ein.

Unser guter alter Freund und Kollege Roland Leisegang schaut abends auf ein kleines Schwätzchen vorbei und dann ziehen wir zu Marion ins Nachtquartier.

16. April 2019 Lutz hat beim Bäcker Brötchen und etwas Beilage gekauft. Der Bäcker in Lütte ist quasi Konsum, Fleischer und Bäckerei gleichzeitig. Da bekommst Du auch Zigaretten und Schnaps. Wir frühstücken in aller Ruhe. Ab 11:00 Uhr wird wieder eingespielt, heute schaffen wir 5 Titel.

Abends gibt es zur Belohnung etwas Whiskey und Rum.

Jürgen Block an seinem SL4000E-Mixer

17. April 2019: Lutz war wieder beim Bäcker einkaufen. Ich komme als Letzter zum Frühstück. Alle relaxen noch etwas … Dann geht es ab 11:00 Uhr wieder weiter. Noch 3 Titel und dann sind wir gegen 15:00 Uhr mit den Grundbändern für die 16 Titel durch!!

„Some say“ wird Harro als Solonummer (eventuell mit Klavierbegleitung) einspielen. Michiel muss noch einige zusätzliche Trommeln einspielen. Außerdem muss er noch einmal extra kommen weil bei „I can, Ican’t“ zwei Schlagzeuge gleichzeitig eingespielt werden sollen – eine Idee von Jürgen. Lutz und Michiel fahren gegen 16:00 Uhr nach Hause. Ich spiele noch einige Gitarren ein und will dann nach Hause fahren. Harro geht es irgendwie gar nicht gut und er fährt vorher ab nach Babelsberg, um sich ins Bett zu legen. Es waren ja auch 3 Tage voller Konzentration und Energie!

18. April 2019: Frühes Aufstehen um 8:00 Uhr. Nach dem Frühstück geht es wieder ins Studio nach Lütte. Um 11:00 Uhr sitze ich Jürgen gegenüber und er holt wieder alles aus mir raus: mit verschiedensten Gitarren und Verstärkern. Heute schaffen wir „the journey“, „Blues for A.K.“, „Just you“, „Light and shadow“ und „I can, I can’t“. Bis 21:00 Uhr spiele ich mir die Finger wund. Zwischendurch mache ich mit Marion einen Spaziergang ums Dorf und Michaela macht uns Spaghetti zum Abendbrot.

19. April 2019: Harro war heute in Lütte und hat noch einige Sachen eingespielt.

24. April 2019: Heute fahre ich wieder nach Lütte. An Bord meine alte Seifert, die Dobro und meine Spanische. Gegen 11:00 Uhr beginnen wir mit den Aufnahmen. Bei „The wheel“ spiele ich auf der alten SEIFERT, bei „The secret behind“ kommt neben der Spanischen die STRAT wieder mal zum Einsatz und bei „It‘ s a long way“ die DOBRO. Blocki und ich machen heute bis 19:00 Uhr, dann fahre ich nach Hause. Es sind jetzt noch 6 Titel, Mad, Colored world, time to remember, Never mind, questions and answers und sometimes für mich übrig, bei denen ich zusätzliche Fills und diverse andere kleinere und größere Schnerzlchen einfliessen lassen werde. Am kommenden Dienstag bin ich wieder im Studio. Vielleicht schaffe ich dann das Pensum.

26. und 27. April 2019 Harro ist im Studio Lütte und singt die restlichen Gesangsparts, spielt die fehlenden Mundharmonikafills und -soli und die Rhythmusgitarre bei „Colored World“ ein.

30. April 2019 Heute bin ich wieder im Studio und um 10:30 Uhr legen wir los. Wir beginnen mit „Never mind“. Hier spiele ich die Fills mit der spanischen Gitarre und das Solo mit der STRAT. „Questions and answers“ spiele ich mit der Tele. Bei „Time to remember“ drückt er mir eine Gretschjazzgitarre in die Hand und stellt einen 40-ziger Jahresound ein. Da mir die Gitarre gefällt versuche ich es auch bei „Sometimes“ mit ihr und es gelingt. Bei „Colored World“ spiele ich mit der Tele über ein Leslie- Cabinet. Der Sound ist so geil, dass er mich ganz heiß macht und besonders inspiriert. Ich habe mir noch ein Intro ausgedacht, mal sehen ob es Harro gefällt. „Mad“ spiele ich mit meiner spanischen Gitarre, die bgleitende zweite Gitarre und das Solo. Gegen 18:30 Uhr sind wir beide zufrieden. Ich habe 8 Stunden auf dem heissen Stuhl voller Energie und hochkonzentriert verbracht und habe alles aus mir rausgelassen. WOW. Mahlzeiten gab es keine, nur Kaffee und ein paar Zigaretten in den Pausen. Ich fahre glücklich nach Hause und esse erst einmal in Ruhe Abendbrot. Dann gibt es ein Glas Rum zur Belohnung.

2. Mai 2019: Michiel ist heute nach Lütte ins Studio gefahren. Er wird gemeinsam mit Christian Schwechheimer vom Keimzeit Akkustik Quintett -mit zwei Schlagwerken gleichzeitig- für den entsprechenden Druck bei „I can – I can’t“ sorgen. Eine Idee vom Tonmeister. Man darf sehr auf das Ergebnis gespannt sein.

4. Mai 2019: heute ist noch einmal Studiotag. Harro holt mich gegen 9:45 Uhr ab und wir fahren nach Lütte.

Harro spielt bei „I can – I can’t“ und „Blues for A.K.“ noch die Mundharmonika ein. Ich spiele bei „The wheel“ noch einmal das Solo mit dem „Eisenschwein“ (Dobro) und ein paar Fills bei „Blues for A.K.“ ein. Bei „Never mind“ haben wir uns für eine dezente Unterstützung mit einem Tasteninstrument entschieden. Blocki kümmert sich darum und gewinnt Martin Weigel dafür, der den Song gefühlvoll unterstützt. Harro wünscht sich am Ende von „colored world“ einen Chor. Die Gitarrenarbeit von mir bei „Mad“ findet er großartig. Blocki wird noch für Percussionbegleitung sorgen. Michaela hat uns zum Kaffee und Abendbrot köstlich bewirtet. Großes Lob. Wir haben bis 22:30 Uhr mit Blocki alle Titel noch einmal durchgehört. „The secret behind“ kann Harro seiner Meinung nach im Moment nicht singen. Ich finde es irgendwie sehr schade, glaube aber dass er es kann und schaffen wird. Der Titel muss mit aufs Album und zwar mit Harros Gesang!

6. Mai 2019: Ich habe nochmal mit Blocki gesprochen, ob „The secret behind“ unbedingt mit einem anderen Sänger aufgenommen werden muss. Ich denke Harro bekommt das hin und wir sollten es noch einmal versuchen. Blocki sieht das auch so, er meint Harro war an diesem Tag nicht besonders gut drauf und hatte bei dieser Nummer eine Blockade. Habe mit Harro gesprochen. Er will noch einmal angreifen und das Lied singen.

10. Mai 2019: Harro ist heute vormittag noch einmal in Lütte und singt „The secret behind“ ein. Alles ist zur großen Zufriedenheit ausgefallen, prima so. Das mit den Blockaden ist manchmal so, kenne ich doch selbst von mir.

29. Mai 2019: Bin heute noch einmal in Lütte beim Meister. Wir sortieren einige Gitarrensachen und verständigen uns zu Feinheiten. Wir arbeiten ohne Essenaufnahme bis 19:00 Uhr und dann fahre ich mit einem Hungerast gleich in Belzig an die Tanke ran. Mir ist fast schwindlig vor Hunger. Aber wir haben gute Arbeit geleistet.

2. Juni 2019: E-Mail an Jürgen: Zu „Never mind“ haben wir jetzt folgende Wünsche, um es mal zu hören.: Deine angedachte Pause soll zwischen 2. und 3. Strophe erscheinen. Die Mundharmonika in der 3. und 4. Strophe bleibt. In der vierten Strophe wünschen wir uns eine zweite Stimme von Marion Bohn. Die zusätzliche Rhythmusgitarre spiele ich noch ein.

12. Juni 2019 Heute ist noch einmal ein kleiner Studiotag in Lütte bei Blocki. Bin 14:30 Uhr vor Ort. Harro ist mit der Aufnahme seines Songs „Some say“ schon fertig. Es ist endlich geschafft!! Nach mehreren Überlegungen zur Instrumentierung des Songs hat er sich entschieden, den Song alleine als Solonummer einzuspielen. Wir hatten dann noch die Idee ein Waldhorn oder ähnliches für den kurzen Solopart einzuspielen. Blocki hat dann sofort Sebastian Piskorz angerufen und er hat den Part mit dem Flügelhorn übernommen. Klasse. So ist ein sehr intimes Lied mit einer außergewöhnlichen Klangfärbung entstanden. Dann nehmen wir uns „Never mind“ vor. Der Song wird jetzt in der Endfassung „always with the wind“ heissen. Ich spiele noch eine zusätzliche Rhythmusgitarre ein und wir verändern einige winzige Details bei den Fills. Jetzt kann der Meister mischen. Dann wenden wir uns noch „Colored world“ zu und besprechen den Anfang, das Vorspiel. Das ist jetzt auch dem Meister klar. Der vom Tonmeister aufgenommene Chor ist beim Anhören durchgefallen. Da hatte ich die Idee einen Kinderchor aufzunehmen. Das würde den Bogen auch inhaltlich schlagen. Die Kollegen finden die Idee sehr gut. Blocki hat Harro mit einem Aufnahmegerät ausgestattet und Harro wird bei einem Chor an der Ostsee Aufnahmen machen.

13. Juni 2019 Nach einem Telefonat mit Ralph Grimmberger, seines Zeichens Chorleiter des kleinen Chores, fährt Harro zur Europa-Schule nach Rövershagen. Dort erwarten ihn bereits fünfzig erwartungsvolle und hochmotivierte Sängerinnen und Sänger der 5. und 6. Klassen. Nach einer ca. einstündigen Verständigungsprobe wurden die Abschluss-Sequenzen des Songs aufgenommen. Freudestrahlend fährt Harro am selben Tag nach Lütte und übergibt das Aufnahmegerät. Schon beim ersten Reinhören kommt mehr als nur Begeisterung auf – Gänsehaut pur!

Wir sind jetzt mit den Aufnahmen durch und haben uns entschieden alle 17 Titel auf die CD zu bringen.

In der Zeit vom 14.Juni bis Mitte August 2019 übersendet uns unser Tonmeister Jürgen Block die Abmischungen der einzelnen Titel zum nochmaligen Anhören und und zur letztendlichen Bestätigung.

Unser Grafiker Hannes Berghof, der auch schon die Booklets der letzten 3 CD gestaltet hat, leistet parallel dazu wie immer eine hervorragende Arbeit und stellt das neue Booklet in gewohnter Qualität fertig. Danke Hannes!

Am 16. August ist die Endfassung vom Tonmeister via WeTransfer eingetroffen und am 19. August 2019 bestätigen wir das „finale Produkt“ und geben dem Tonmeister grünes Licht – es ist vollbracht.

Nachdem auch die formalen Dinge alle geklärt sind (Lizenzanmeldung, Auslieferungsgenehmigung, Auftragsbestätigung usw.) werden die Daten zum Presswerk gesendet und am 26. September 2019 erfolgt die CD-Auslieferung. An dieser Stelle möchten wir uns auch ausdrücklich bei HANDL WITH CARE für die gute Zusamenarbeit bedanken.

FAZIT: Es war wieder eine tolle entspannte Zusammenarbeit mit Jürgen, der uns diesmal als Tonmeister und Produzent begleitete und maßgeblich am Endergebnis beteiligt ist.

Und wir wiederholen uns gerne: Auch diesmal hat er genau zugehört, sich eingemischt, sich zurückgenommen, mitentwickelt, uns machen lassen, uns ausgebremst wenn erforderlich und uns angespornt. Jürgen hat all seine Erfahrung, Empathie und all sein Equipment in den Ring geworfen und er hat analog aufgenommen, analog abegemischt und digital gemastert und genau unsere Soundvorstellungen getroffen. DANKE Jürgen!!

Geschichte zum Coverbild:

Bereits im Frühjahr haben wir Michiel gebeten diesmal ein neues Bild für das Cover zu malen, sozusagen ein Auftragagswerk bei ihm bestellt. Bei den Coverbildern der letzten 3 CD hatten wir uns ja jeweils auf vorhanden Kunstwerke von ihm gestürzt und diese dann verwendet. Diese Verbindung von eigener Musik, Malerei und Texten zu einem kleinen Gesamtkunstwerk ist uns ein besonderes Anliegen.

Also begann er mit den ersten Skizzen im April und herausgekommen ist ein Gemälde, das inhaltlich eine Brücke zum Titelsong der Platte schlägt. Ein großes Lob an den Meister …..

Das fertiggestellte Coverbild im August 2019
Michiel bei der Arbeit, Juli 2019


(Arbeitsstand 24.11.2019, Fortsetzung folgt)